Deine Stärken erkennen: Der Kompass für den nächsten Karriereschritt
Wer seine Stärken kennt, trifft bessere Entscheidungen. Drei einfache Übungen helfen Dir, sie sichtbar zu machen.
Nach vielen Berufsjahren wird manches selbstverständlich. Was Dir leichtfällt, hältst Du vielleicht gar nicht mehr für besonders. Genau darin liegt oft Deine größte Stärke – und der Schlüssel für eine gute berufliche Entscheidung. In diesem Artikel findest Du drei Übungen, mit denen Du Deine Stärken sichtbar machst, und eine Anleitung, wie Du daraus eine Richtung ableitest.
Warum Stärken so wichtig sind
Ob neue Stelle oder eigene Selbstständigkeit: Du bist dort am erfolgreichsten und zufriedensten, wo Du Deine natürlichen Fähigkeiten einsetzt. Wer seine Stärken klar benennen kann, überzeugt außerdem im Gespräch mit Arbeitgebern, Kund:innen und Förderstellen. Statt vager Formulierungen wie „Ich bin teamfähig“ kannst Du konkret sagen, was Du tust und welches Ergebnis Du damit erzielst.
Stärken, Wissen und Interessen sind dreierlei
Oft werden diese Begriffe vermischt. Wissen ist das, was Du gelernt hast. Interessen sind das, was Dich anzieht. Stärken sind die Fähigkeiten, die Dir leichtfallen und die bei anderen Wirkung zeigen. Für eine gute Entscheidung brauchst Du alle drei, aber die Stärken sind der Teil, den Du am wenigsten bewusst wahrnimmst, weil sie sich für Dich normal anfühlen.
Übung 1: Deine Erfolgsgeschichten
Schreibe drei Situationen aus Deinem Berufsleben auf, in denen Du richtig gut warst und mit denen Du zufrieden bist. Beschreibe jeweils die Aufgabe, was Du konkret getan hast und was dabei herauskam. Suche anschließend nach Mustern: Welche Fähigkeiten tauchen immer wieder auf? Vielleicht bringst Du Menschen zusammen, durchschaust komplexe Sachverhalte, behältst in Krisen die Ruhe oder machst aus Ideen umsetzbare Pläne.
Übung 2: Der Blick von außen
Frage fünf Menschen, die Dich beruflich gut kennen, zum Beispiel ehemalige Vorgesetzte, Kolleg:innen oder Kund:innen: „Wofür kommst Du zu mir?“ Bitte um ehrliche, konkrete Antworten. Sie überraschen oft – und zeigen, wie andere Deinen Wert wahrnehmen. Achte besonders auf Aussagen, die mehrfach vorkommen.
Übung 3: Energie-Check
Notiere eine Woche lang, welche Tätigkeiten Dir Energie geben und welche Dich auslaugen. Stärken sind nicht nur das, was Du gut kannst, sondern auch das, was Dich dabei stärkt. Wer dauerhaft gegen die eigene Energie arbeitet, brennt aus, auch wenn die Leistung stimmt. Dein Energie-Protokoll hilft Dir, Aufgaben zu erkennen, von denen Du künftig mehr oder weniger haben möchtest.
Vom Wissen zur Entscheidung
- Fasse Deine fünf wichtigsten Stärken in je einem Satz zusammen.
- Ordne jeder Stärke ein Beispiel aus Deinem Berufsleben zu.
- Prüfe jede berufliche Option darauf, wie viele Deiner Stärken Du dort einsetzen kannst.
- Formuliere daraus Dein persönliches Profil für Bewerbung, Webseite oder Angebot.
Stärken mit Werten verbinden
Stärken allein reichen nicht, wenn die Arbeit nicht zu dem passt, was Dir wichtig ist. Frage Dich deshalb zusätzlich: Wofür will ich meine Fähigkeiten einsetzen? Welche Menschen möchte ich unterstützen? Welche Arbeitsweise passt zu mir – Teamarbeit oder eigenständiges Arbeiten, Struktur oder Freiraum? Die Schnittmenge aus Stärken, Werten und Marktbedarf ist ein guter Kompass.
Hilfsmittel und Unterstützung
Persönlichkeitsprofile können zusätzlich helfen, die eigenen Muster fundiert zu verstehen und in Worte zu fassen. Auch ein Coaching bietet einen geschützten Raum, um Stärken und Wünsche zu sortieren. Am wichtigsten bleibt aber, ehrlich hinzuschauen: Was macht Dich aus – und wo willst Du das künftig einbringen?